Asiatische Wetten in der Schweiz: Linien lesen, Kosten erkennen, den passenden Weg wählen

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball und ein Massband liegen auf kurz geschnittenem Rasen neben einer Kreidelinie, Morgenlicht von der Seite.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 35 Min.
Inhaltsverzeichnis

Auf einen Fussball mit dem Massband zuzugehen ist eine ehrliche Beschäftigung. Man legt die Linie, vergleicht, und am Ende steht eine Zahl, die niemand mehr wegdiskutieren kann. Genau so funktioniert ein asiatisches Handicap, und genau so wenig wie das Massband nimmt es dem Spieler eine Entscheidung ab: Wer die Linie setzt, hat nicht den besseren Blick auf das Spiel, er hat nur einen anderen Massstab angelegt.

Stand: 31 Oktober 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Angaben der Gespa und der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020), Sporttip- und Jouez-Sport-Reglemente.

Was ein asiatisches Handicap tut, lässt sich in einem Satz sagen: Es verschiebt den Ausgang eines Spiels, statt ihn zu tippen. Wer auf «Team A −0,5 Tore» setzt, gewinnt, wenn Team A gewinnt. Wer auf «Team A −1» setzt, gewinnt nur bei zwei Toren Differenz, bekommt bei genau einem Tor Differenz den Einsatz zurück, und verliert darunter. Die halbe Linie macht aus einem Tipp einen Tipp, die ganze Linie baut eine Rückzahlung ein, und die Viertellinie teilt den Einsatz in zwei Wetten, die auf zwei verschiedenen Linien liegen. Alle drei Varianten sind an derselben Stelle des Wettscheins zu finden, verhalten sich aber wie drei verschiedene Produkte.

Zwischen dem, was ein asiatisches Handicap mathematisch hergibt, und dem, was ein Leser darunter versteht, liegt die Frage, die diese Erklärung beantworten muss: welche Wege zu einer solchen Wette es in der Schweiz überhaupt gibt, und welcher zu welchem Spieler passt. Das sind zwei Wege, und sie sehen unterschiedlicher aus, als die Marktbezeichnungen vermuten lassen.

Ein Massband an der Kreidelinie: wie die vier Handicap-Varianten entstehen

Zuerst der Unterschied, der alles Weitere bestimmt. Eine klassische Über-Unter-Wette setzt eine Grenze auf die Torsumme und fragt nur nach der einen Seite dieser Grenze: mehr oder weniger. Sie hat kein Unentschieden. Ein Handicap dagegen verschiebt den Spielstand und lässt die drei Ausgänge des Fussballs bestehen, nur eben verschobene.

Beginnen wir bei der einfachsten Form. Das Handicap mit ganzer Linie nimmt ein Tor, zwei Tore oder ein halbes Duo — eine ganze Zahl. Team B bekommt «+1». Endet das Spiel 1:0, ist der Handicap-Stand 1:1 und der Einsatz geht zurück. Endet es 2:0, hat Team B nach Handicap verloren, und wer auf Team B gesetzt hat, verliert. Diese Rückzahlung bei genau dem Abstand der Linie ist der auffälligste Reiz des ganzen Produkts.

Das Handicap mit halber Linie liegt zwischen zwei ganzen Zahlen und kennt keine Rückzahlung. «Team A −0,5» gewinnt bei jedem Sieg von A, verliert bei Unentschieden und bei einer Niederlage. Es ist im Kern eine 1X2-Wette mit zwei statt drei Ausgängen, nur mit anderem Namen. Wer das einmal verstanden hat, kann den Wettschein vieler Anbieter deutlich schneller lesen.

Die Viertellinie ist keine eigene Linie, sondern eine geteilte Wette. «Team A −0,75» ist die Hälfte des Einsatzes auf −0,5 und die andere Hälfte auf −1. Gewinnt A mit zwei Toren, gewinnen beide Hälften. Gewinnt A mit einem Tor, gewinnt die Hälfte auf −0,5, die Hälfte auf −1 wird zurückgezahlt, und der Gesamtertrag ist ein halber Gewinn. Endet das Spiel unentschieden oder verliert A, verlieren beide Hälften. Genau dieser Mechanismus wird beim Blick auf die Endabrechnung regelmässig falsch eingeschätzt — nicht, weil er kompliziert wäre, sondern weil ein Leser den halbierten Einsatz auf dem Konto sieht, ohne ihn als zwei Wetten zu erkennen.

Die asiatische Über-Unter-Wette wendet dieselbe Logik auf die Torsumme an. «Über 2,75 Tore» teilt den Einsatz auf Über 2,5 und Über 3. Drei Tore bedeuten einen halben Gewinn, vier Tore einen ganzen, zwei Tore den Verlust beider Hälften. Zwischen Handicap und Torlinie gibt es also keinen Produktunterschied, nur einen anderen Massstab an derselben Sache.

Wie diese Varianten entstanden sind, erklärt die Vielfalt besser als jede Marketingformulierung: Sie kommen aus einem Markt, in dem ein Tipp mit drei Ausgängen und ohne Rückzahlung für viele Spieler unbefriedigend war, und in dem ein halbes Tor oder ein Viertel Tor als Verhandlungsposition diente. Der Effekt, dass ein Vierteltor die Grenze feiner zieht als die klassische Über-Unter-Wette, ist der eigentliche Zweck des Produkts.

Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, mit Quote 1.00 — wer also auf ein Tor setzt, während der Ball schon im Netz liegt, erhält den Einsatz zurück statt einer Auszahlung. Bei spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist ein Reglementspunkt, kein Handicap-Trick, aber er trifft Live-Handicaps härter als jede Prematch-Wette.

Die Quoten der asiatischen Varianten sind im Aufbau identisch mit jeder anderen Quote: Der Buchmacher-Preis spiegelt die eingeschätzte Wahrscheinlichkeit beider Seiten. Der Unterschied liegt auf der Abrechnungsseite, nicht auf der Preisgestaltung. Und weil keine Linie dieser Welt einen Ausgang kennt, gilt für jede der vier Varianten dasselbe: Sie verschiebt die Grenze, nicht das Ergebnis.

Vorgehensweise bei der Auswertung: vom Endstand zum Gewinnbetrag

Jetzt zur Rechnung selbst, und hier lohnt es sich, den Weg einmal ganz langsam zu gehen.

Der Ablauf beginnt mit dem tatsächlichen Resultat zur regulären Spielzeit. Bei Sporttip umfasst diese die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer ein Handicap für die reguläre Spielzeit bucht und im Elfmeterschiessen die Entscheidung sieht, hat kein Problem mit dem Handicap, sondern mit der Wettdefinition.

Aus der Torsumme oder dem Torabstand wird der Handicap-Stand gebildet. Bei einer Über-Unter-Linie heisst das: die Zahl der Tore mit der Linie vergleichen. Drei Tore gegen die Linie 2,5 ergeben eine Über-Bestätigung, drei Tore gegen 3,0 ergeben eine Rückzahlung, drei Tore gegen 3,5 ergeben einen Verlust — dieselbe Torsumme, drei verschiedene Ergebnisse, je nachdem, wo die Zahl liegt.

Dann folgt die Zuweisung von Einsatz und Gewinn. Der Grundfall ist die ganze Wette: Sie gewinnt vollständig, verliert vollständig oder geht zurück. Der Viertelfall teilt den Einsatz in zwei Hälften, die getrennt abgerechnet werden, und der Gesamtertrag ist die Summe der beiden Hälften. Deshalb kann ein Viertelhandicap einen halben Gewinn oder einen halben Verlust ergeben, was in der Sprache der Buchmacher als «halb gewonnen» beziehungsweise «halb verloren» erscheint.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen die Einsatzhöhe mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist der letzte Schritt jeder Auswertung, und sie wirkt nur nach unten.

Bei einem Einsatz von CHF 50 und einer Quote von 1,90 liefert die Rechnung: 50 × 1,90 = 95,00 — zurück kommen CHF 95, der Ertrag ist CHF 45. Bei 1,90 gilt die Abrundung auf 5 Rappen ohnehin exakt, weil 95,00 schon auf der Rappenlinie liegt. Sieht man sich dieselbe Rechnung bei einem Viertelhandicap an, kommen zwei Einzelabrechnungen mit je CHF 25 zum Zug: Gewinnt die halbe Wette auf −0,5 mit 1,90 und wird die halbe Wette auf −1 mit 1,00 zurückgezahlt, ergibt das 25 × 1,90 = 47,50 plus 25 × 1,00 = 25,00, insgesamt CHF 72,50. Der Ertrag von CHF 22,50 beträgt die Hälfte des Gewinns, den dieselbe Quote bei ungeteiltem Einsatz ausgeworfen hätte.

Was kostet nun eine solche Wette relativ zum Einsatz? Genau das rechnet die folgende Passage aus, und sie ist der Grund, warum dieses Produkt nicht bloss eine bequemere Über-Unter-Wette ist.

In einem Markt mit zwei Ausgängen und je einer Quote von 1,90 — einem Beispiel, keinem zitierten Preis — wäre der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Die Summe der Kehrwerte beträgt 2 ÷ 1,90, also 1,0526, und das ergibt eine Auszahlungsquote von rund 95 %. Die Marge, die der Veranstalter von jeder Einheit behält, liegt damit bei gut 5 %. Das ist die Marge des Beispielmarkts bei diesen beiden Quoten; sie ist keine Zusage über irgendeinen realen Markt und nicht auf andere Linien oder andere Veranstalter übertragbar.

Der Buchmachergewinn verschwindet nicht dadurch, dass eine Wette geteilt wird. Ein Viertelhandicap erzeugt zwei Teilabrechnungen, jede mit derselben Marge. Wer bei einem ausgeglichenen Markt auf eine Seite CHF 50 setzt, trägt den eingepreisten Abschlag auf die volle Einsatzhöhe — unabhängig davon, ob eine oder zwei Wetten daraus werden.

Und weil eine Wette nicht zwangsläufig gewinnt, lässt sich aus diesen Zahlen eine statistische Schätzung ableiten, keine Garantie. Bei einer Quote von 1,90 und einer Marge von gut 5 % liegt der Erwartungswert für die Gegenpartei, den Spielenden, rechnerisch unter dem Einsatz. Das ist keine Aussage über einen einzelnen Wettschein — es ist das Bild über sehr viele Wetten, und genau so sollte man es lesen.

Die Anbieter im Vergleich: zwei Bewilligungen und die geschlossene Liste

Kommen wir zur Frage, die den ganzen Artikel entscheidet: Wer darf hierzulande solche Wetten überhaupt anbieten?

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) ordnet Online-Sportwetten als Grossspiel ein und unterstellt sie der Aufsicht durch die Gespa in Bern. Der Gesetzgeber öffnet das Feld aber nicht: Für Lotterien und Sportwetten sieht das Gesetz genau zwei Veranstalter vor. Die eine ist Swisslos mit ihrem Produkt Sporttip, die andere die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt — die Aufsicht führt SPERRListe und Aufsichtsmaterial, keine wachsende Anbieterliste.

Für einen Spieler heisst das: Der Weg zu einem asiatischen Handicap führt in der Schweiz entweder über Sporttip oder über Jouez Sport. Jeder der beiden Veranstalter hat ein eigenes Vertragsgebiet, und ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet erreichbar.

Ein Auszahlungsvergleich verbietet sich bei dieser Konstellation, weil nur zwei Bewilligungen überhaupt in Frage kommen. Die Quote eines Beispielmarkts bei 1,90/1,90 sagt nichts darüber, was Sporttip oder Jouez Sport in einem konkreten Handicap-Markt anbieten — für die tatsächlichen Kurse lohnt der Blick auf die Wettprogramme und die Quotenentwicklung unmittelbar vor dem Anstoss.

Was der Limitenrahmen bei beiden Veranstaltern regelt

Der praktische Unterschied zwischen den beiden Wegen zeigt sich weniger im Produkt als im Rahmen, den der jeweilige Veranstalter zieht.

Veranstalter Bewilligungsstatus Organisator und Grundlage
Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, gestützt auf die IKV 2020
Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51, Aufsicht Gespa) Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Produkt Jouez Sport
Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung Keine Bewilligung nach Art. 4 BGS; ein ausländisches Permit hat in der Schweiz keine Wirkung Nicht mit dem Sperrregister verbunden, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste der Gespa möglich

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1'000 und für eine Systemwette bei CHF 10'000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer ein Viertelhandicap mit einem Einsatz von CHF 1'000 bucht, teilt damit die Obergrenze auf zwei Hälften — der Rahmen wird dadurch nicht grösser.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten. Zwei Anbieter, zwei Grössenordnungen: Wer 500 Franken auf ein Handicap setzen will, stösst beim einen auf die Obergrenze, während der andere die Hälfte davon als System.

Der Höchstgewinn ist ebenfalls gedeckelt. Bei Jouez Sport liegt er bei CHF 300'000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1'000'000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen.

Ein Detail, das bei jeder Teilrückzahlung ins Gewicht fällt: Bei Jouez Sport können Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 in jeder Verkaufsstelle eingelöst werden, und bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2'000 auszahlen. Ein halb zurückgezahlter Einsatz bleibt also unterhalb dieser Grenzen und ist an der Kasse ohne Umweg einlösbar.

Der Kombiboost von Sporttip gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Ein asiatisches Handicap mit seiner Quote von 1,90 erfüllt dabei regelmässig die Mindestquote — die Hürde liegt nicht an der Quote eines einzelnen Handicaps, sondern daran, dass überhaupt vier Voraussagen gefunden werden müssen.

Ein «Boost» ist und bleibt ein Bonus auf einen Nettogewinn, nicht auf den Einsatz. Wer vier Voraussagen zu je 1.90 findet und den Boost einstreicht, bekommt auf den Gewinn fünf Prozent mehr — nicht auf das Geld, das er riskiert. Bleibt eine der vier Voraussagen unentschieden und geht ein ganzes Handicap zurück, ist die Kombination an dieser Stelle keine Kombination mehr: Quote 1.00 für diese Voraussage, alles andere bleibt stehen.

Grundlagen: wie der Einsatz geteilt wird und wann er zurückkommt

Die Grundmechanik ist schneller erklärt als die vielen Varianten, die aus ihr abgeleitet werden.

Ein Kajak liegt am Ufer eines Bergsees, daneben ein Paddel, das Wasser ist glatt und der Himmel klar.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Der Einsatz ist das Geld, das riskiert wird. Beim ganzzahligen Handicap entscheidet der Abstand zwischen Endstand und Linie über Gewinn, Verlust oder Rückzahlung. Der Sonderfall — genau der Abstand der Linie — ist der Grund, warum ein Handicap weniger brutal wirkt als eine klassische Wette, und zugleich der Grund, warum viele Leser die Auszahlung für einen Fehler halten.

Bei einer Viertellinie wird der Einsatz geteilt. Das ist der zentrale Satz dieses Produkts. Wer CHF 100 auf «−0,75» legt, hat nicht eine Wette über CHF 100 auf zwei verschiedene Ergebnisse, sondern zwei getrennte Hälften von je CHF 50, die auf −0,5 und −1 liegen. Der Ertrag ist die Summe der beiden getrennten Ergebnisse. Deshalb kann eine Viertellinie nur halb gewinnen, halb verlieren oder vollständig gewinnen oder verlieren — vollständig zurück kommt sie nie, weil die beiden Hälften niemals gleichzeitig zurückgezahlt werden.

Aus dieser Teilung folgt der wichtigste Satz der Kostenanalyse: Ein geteilter Einsatz ist kein Rabatt.

Und der zweite Grundsatz lautet: Kein Ergebnis ist sicher. Ein asiatisches Handicap ist keine Wette mit höherer Trefferquote; es verteilt die möglichen Ausgänge nur anders über Gewinn, Rückzahlung und Verlust. Ein Massband garantiert nicht, dass das Regal passt.

Kombinationen mit asiatischen Linien haben eine eigene Logik. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Produkt zweier Quoten von 1,90 ist 3,61 — die einzelne Quote 1,90 beantwortet eine andere Frage als die kombinierte. Ein Viertelhandicap in einer Kombi zerfällt in zwei Teilabrechnungen, deren Quoten sich unterschiedlich auf das Gesamtprodukt auswirken.

Weil voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden, kann Swisslos eine irrtümlich ohne diese Funktion angenommene Kombination für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer ein Handicap und eine Torlinie desselben Spiels zusammen bucht, sollte prüfen, ob die Funktion greift.

Und wenn ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt wird, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist der Fall, in dem selbst eine halbe Viertellinie vollständig in der Auszahlung verschwindet.

Wer Sporttip live nutzen will, findet einiges, was die Wette berührt: Ein Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das ist bei einem Viertelhandicap eine besonders unangenehme Eigenschaft: Der Ausstieg vor dem letzten Tor deckelt genau den Gewinn, auf den man gewartet hat.

Gewinne werden bei Sporttip bis CHF 1'000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber werden sie bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10'000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9'999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Konto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Wer asiatische Linien in Kombination mit langfristigen Wetten spielt, sollte sich die Verfallfrist ansehen: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Die Uhr läuft ab der Bekanntmachung der Auswertung, nicht ab dem Spieltag.

Rechtslage: warum die Linie nur in der Schweiz das ist, was sie hier ist

Die gesetzliche Grundlage ist nüchtern. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) behandelt Sportwetten als Grossspiel; zuständig ist die Gespa in Bern, nicht die ESBK, die ausschliesslich die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht immer zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung. Ein ausländisches Permit — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Staat — hat in der Schweiz keine Wirkung.

Ein Seeufer mit einem hölzernen Steg, Nebel liegt über dem Wasser, am anderen Ufer erheben sich Berge.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Wer die beiden Bewilligungen ausgibt, ist nicht der Markt, sondern der Gesetzgeber. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und praktisch auch den Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Die Loterie Romande betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; Swisslos veranstaltet Sporttip für die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie für den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Der Reinertrag beider geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Neben der Anbieterzahl ist auch das Angebot selbst begrenzt. Die Gespa führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten; Qualifikationsrunden erscheinen darauf nur, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Rangierungswetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe stehen nicht darauf, Ecken- oder Kartenmärkte ebenso wenig, und eine Esport-Sektion fehlt vollständig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Gewettet werden darf nur auf Sportereignisse — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht.

Für asiatische Handicaps auf Tore bedeutet das zweierlei. Erstens: Ob ein konkreter Handicap-Markt angeboten wird, sagt das Wettprogramm des Veranstalters, und ein Ereignis, das nicht auf der Liste steht, kann auch mit der schönsten Linie nicht gebucht werden. Zweitens: Eine Trennung in «legale asiatische Wetten» und «illegale» wäre falsch, weil die Wettart als solche nicht verboten ist — sie ist nur an eine Liste und an zwei Veranstalter gebunden.

Live-Wetten sind erlaubt, prematch und live, sofern der Veranstalter über die entsprechende Entscheidung verfügt; eine gesetzliche Beschränkung auf einzelne Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out ist dagegen nicht reguliert und ausschliesslich eine Funktion des jeweiligen Veranstalters — bei Sporttip als Einzel-, Kombinations- und Langzeitwette, als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung und ohne Garantie für jeden Markt.

Virtuelle Sportarten sind rechtlich nicht geklärt; dazu steht hier nichts. Von Esport ist nur eines bekannt: Er erscheint nicht auf der Gespa-Liste.

Und dann ist da der zweite Weg, den ein Schweizer Spieler in der Praxis sieht. Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung sind nicht mit dem Sperrregister verbunden, bieten keinen Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Der Spieler selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht keine Schutz- oder Fair-Play-Kontrolle.

Zwei Wege, zwei verschiedene Bündel von Rechten und Pflichten — und keiner davon ist per se der sichere. Der Schweizer Weg bringt vollen Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Der Weg zu einer ausländischen Marke bringt mehr Auswahl und weniger Schutz, und die Linie auf dem Bildschirm ist dieselbe.

Die Werbung ist ebenfalls reguliert. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten, und Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar und kann mit einer Busse von bis zu CHF 500'000 geahndet werden. Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa — im Jahr 2025 erteilte sie deren 24 an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine Sperrstunde für Werbung existiert nicht.

Spielerschutz: was eine geteilte Wette über das Konto verrät

Verlustlimiten sind bei Sporttip kein freiwilliges Extra, sondern Voraussetzung der ersten Teilnahme. Wer zum ersten Mal teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9'999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1'000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Eine feste staatliche Depotgrenze kennt die Schweiz nicht — Limiten sind hier Sache des Spielenden, und das Gesetz verlangt vom Veranstalter nur, dass er überhaupt Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangt.

Genau hier wird die Einsatzteilung auf mehrere Handicaps zum Thema. Wer eine Viertellinie spielt, hat zwei Teilwetten, und beide zählen gegen dieselbe Verlustlimite. Ein Spieler, der CHF 100 auf «−0,75» legt, hat damit nicht CHF 100 in eine Position gebunden, sondern zwei Positionen von je CHF 50 auf zwei verschiedenen Linien, die beide gewinnen oder verlieren können. In der Abrechnung sieht das wie eine halbe Wette aus; im Konto sind es zwei Vorgänge.

Daraus folgt ein Muster, das man nicht dem Produkt anlasten sollte. Wer mehrere Viertellinien nebeneinander bucht, hat schnell das Gefühl, mit kleineren Beträgen unterwegs zu sein, während die Summe der Teilwetten über der eigenen Grenze liegt. Die Limite kennt diese Aufteilung nicht — sie rechnet den Einsatz, der auf dem Wettschein steht.

Der zweite Baustein ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann nur nach drei Monaten aufgehoben werden und mit Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Bei der Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Der Empfehlung, sich bei Fragen an eine Suchtberatungsstelle oder die kantonale Steuerverwaltung zu wenden, kann man getrost folgen.

Ein Ergebnis sollte man trotzdem nicht in das Wort «streng» kleiden. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch, bei denen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Diese Zahl beschreibt die Kontrolle an der Kasse, nicht das Online-Konto — und sie gehört zu jeder Bewertung der Schweizer Schutzarchitektur.

Und dann ist da noch der Steuerpunkt, der bei einer grossen asiatischen Wette tatsächlich relevant wird. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1'071'000, 2025 lag er bei CHF 1'070'400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, hier gilt «je nach Kanton» und nicht eine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Wer unter dem Freibetrag bleibt — und das betrifft die ganz überwiegende Mehrheit der Wetten —, zahlt auf den Gewinn weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, das kantonale Steuerrecht kann sie aber als Einkommen erfassen — so behandelt etwa die Praxis im Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Für den eigenen Fall hilft der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung weiter.

Die zehn Anbieter im Einzelnen: wen man wo findet

Bei dieser Liste geht es nicht um eine Hitparade der Quoten, sondern um die Frage, welcher Zugang zu einem Konto überhaupt existiert. Die ersten beiden Einträge sind die Veranstalter, die in der Schweiz eine Bewilligung für Sportwetten haben. Alles danach sind Marken ohne Schweizer Bewilligung, die hier aufgeführt werden, weil Schweizer Spieler ihnen begegnen — nicht als Empfehlung.

Sporttip: der bevollmächtigte Veranstalter für die Deutschschweiz, die Südschweiz und Liechtenstein

Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Bewilligt ist das Produkt als Grossspiel mit Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS, beaufsichtigt durch die Gespa.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet voraus, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre und eine einzige Registrierung pro Person.

Für asiatische Handicaps auf Tore ist die relevante Frage nicht, ob die Wettart existiert, sondern ob das konkrete Ereignis auf der Liste der Aufsicht steht. Das Wettprogramm zeigt, was buchbar ist; was nicht darauf steht, ist auch nicht buchbar. Innerhalb dieses Rahmens ist der Einsatz von CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten bis CHF 1'000 ein Fenster, das für Viertellinien und Systemwetten gleichermassen weit genug ist.

Ein Detail, das wenig beachtet wird: Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer sich auf eine bestimmte Einsatzhöhe eingestellt hat, sollte das Reglement nicht als eingefrorene Grösse lesen.

Was den Vergleich mit ausländischen Marken betrifft, so ist Sporttip nicht die schlankere Plattform. Die Verlustlimiten sind Pflicht, die Registrierung ist streng, und die Produktpalette ist an eine geschlossene Liste gebunden. Wer ein Konto ohne Limitenvorbehalt und ohne Ausweispruefung sucht, wird hier nicht fündig — und wer genau das Gegenteil will, nämlich ein Konto, das ihn vor dem eigenen Höchsteinsatz schützt, ist hier an der richtigen Stelle. Die Ironie liegt darin, dass die unbequemste Eigenschaft dieses Veranstalters in einem Artikel über asiatische Wetten der einzige Punkt ist, der einen Spieler vor einer schief gelaufenen Serie bewahren kann.

Jouez Sport: der bevollmächtigte Weg für die Westschweiz

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande. Sie veranstaltet es für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Die beiden Anbieter sind nicht austauschbar: Ein Konto bei Jouez Sport ist an den Wohnsitz in einem der sechs Westschweizer Kantone gebunden. Wer in Zürich wohnt, kommt hier nicht an ein Online-Konto, und wer in Genf wohnt, nicht an eines bei Sporttip. Diese Aufteilung ist keine Willkür, sondern die Folge der kantonalen Veranstalterbegrenzung.

Die Limitenstruktur liest sich anders als bei Sporttip. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, an Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 enthalten. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen, und der Höchstgewinn liegt bei CHF 300'000 pro Einzel- oder Kombiwette sowie bei CHF 1'000'000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Für einen Spieler, der mehrere Viertellinien nebeneinander setzt, ist die Kombinationsobergrenze die praktisch wirksamere Zahl: Bei zwei bis zehn Voraussagen je Kombi bleibt man unter dem Deckel von CHF 1'000'000, aber die 500 Franken pro Wette setzen einem progressiven Aufbau früh eine Grenze.

Und die Verkaufsstelle bleibt ein Faktor. Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 sind in jeder Verkaufsstelle einlösbar, und bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2'000 auszahlen. Wer dort spielt, wo er wohnt, hat einen Weg zu seinem Geld, den ein ausländisches Konto nicht kennt. Das ist unspektakulär, aber es ist der Unterschied zwischen einem Guthaben und einer Überweisung.

Die Marken ohne Schweizer Bewilligung im Überblick

Die folgenden acht Marken haben keine Schweizer Bewilligung. Ein ausländisches Permit — gleich welcher Herkunft — hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Keine dieser Marken ist mit dem Schweizer Sperrregister verbunden, keine bietet Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Der Betrieb ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, der Spieler selbst wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft — Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter allerdings eingezogen werden.

Boomerang Bet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung; ein ausländisches Permit, über das Dritte berichten, hätte hier keine Wirkung, und ein solches liesse sich für diese Marke ohnehin nicht feststellen. Wer dort ein asiatisches Handicap bucht, tut das ausserhalb des Schweizer Rahmens, ohne Sperrregister-Anbindung und ohne Schweizer Rechtsweg. Der praktische Nachteil liegt weniger im Produkt als im Rückgriff: Bei einem Streit um eine Auswertung gibt es keine Schweizer Stelle, an die man sich wenden könnte.

Auch BDMBet trägt keine Schweizer Bewilligung. Die Marke erscheint bei Schweizer Spielern regelmässig neben anderen Offshore-Angeboten, und die Auseinandersetzung mit ihr endet dort, wo der Schweizer Rahmen aufhört: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Einzahlungssicherung nach Schweizer Regeln.

22Bet ist eine der bekannteren Marken ohne Schweizer Bewilligung. Ein ausländisches Permit hat hier keine Wirkung, die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen, und die Verbindung zum Schweizer Sperrregister fehlt. Wer asiatische Linien dort spielt, spielt sie nach den Regeln des Anbieters — nicht nach den Regeln, die für einen bewilligten Veranstalter in der Schweiz gelten.

X3Bet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung; ein ausländisches Permit, über das Dritte berichten und das nach diesen Berichten in Tobique in Kanada ausgestellt wurde, hätte in der Schweiz keine Wirkung. Die drei Punkte, die für einen Schweizer Spieler zählen, bleiben davon unberührt: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit.

IviBet gehört ebenfalls zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung. Ein ausländisches Permit hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, und ein solches liesse sich für diese Marke nicht feststellen. Für einen Spieler, der die Schweizer Wohnsitz- und Registrierungsregeln gewohnt ist, ist der Wegfall dieser Regeln kein Vorteil, sondern ein Wegfall von Schutz.

Bei Bettilt gelten dieselben Grundlagen: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Marke ist eine Referenz für Spieler, die ohnehin im Ausland spielen, nicht eine Alternative zu einem der beiden bewilligten Veranstalter.

Auch FortuneJack führt keine Schweizer Bewilligung. Die Marke bedient ein Publikum, das sich ausserhalb der Schweizer Veranstaltergrenze bewegt; für die Schweiz bedeutet das, was für alle Marken dieser Gruppe gilt — keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit. Ein Schweizer Konto lässt sich dort nicht auf Schweizer Schutzregeln stützen.

Betclic bildet den Abschluss dieser Gruppe und steht für dasselbe Muster: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Wer diese Marke neben Sporttip oder Jouez Sport stellt, vergleicht zwei verschiedene Rechtsräume und nicht zwei Produkte.

Was alle acht gemeinsam haben, ist die Konsequenz für die Steuer: Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis vollständig als Einkommen gelten — der Kanton Thurgau behandelt sie unabhängig von der Höhe so. Das ist ein konkretes Argument gegen die ausländische Marke, das nichts mit der Qualität des Wettangebots zu tun hat.

Der Vergleich zwischen den beiden Gruppen fällt deshalb nicht so aus, wie die Werbung es nahelegt. Die bewilligten Veranstalter bieten einen kleineren Katalog, strengere Registrierung, verpflichtende Verlustlimiten und einen klaren Rechtsweg. Die Offshore-Marken bieten mehr Auswahl und weniger Rückgriff. Wer asiatische Wetten regelmässig spielt, sollte sich fragen, welchen dieser beiden Nachteile er leichter trägt: einen kleineren Katalog oder einen Wegfall von Rechtsschutz und Steuerfreiheit.

Wie ein Leser zur richtigen Linie kommt

Das Angebot der beiden Schweizer Veranstalter ist unterschiedlich genug, dass man die Wahl an einem Merkmal festmachen kann: der Grösse des Kontos und der Menge an Geduld.

Wer klein anfängt, für den zählen die Mindesteinsätze. Bei Sporttip beginnt eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, an Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Wer die Kosten einer Wette in Prozent des Einsatzes misst — und bei einem geteilten Einsatz ist dieser Anteil besonders relevant —, findet bei beiden Grössenordnungen, die ein Spieler mit kleinem Budget nicht als Hürde erlebt.

Wer viel setzt, stösst bei Jouez Sport auf CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette, während Sporttip bis CHF 1'000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10'000 pro Systemwette geht. Die höhere Einzelgrenze bei Sporttip macht Systemwetten mit mehreren Handicaps praktisch möglich; die Grenze bei Jouez Sport deckelt den Aufbau früh. Wer genau weiss, wie viel er riskieren will, findet bei beiden eine Limite, die ihn ohnehin bremst.

Wer in der Westschweiz wohnt, hat die Wahl ohnehin nicht: Sein Weg führt zu Jouez Sport. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, findet kein Online-Konto bei der Loterie Romande. Diese Aufteilung folgt der kantonalen Struktur und ist keine Marketingentscheidung.

Wer Live-Handicaps spielt, findet bei beiden Anbietern Live-Wetten. Bei Sporttip gilt eine nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platzierte Wette mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer im Stadion am Handy sitzt und nach einem Tor noch schnell auf die Torlinie setzt, sollte diesen Punkt kennen.

Wer bereit ist, einen kleineren Katalog und strengere Registrierung zu tragen, fährt mit einem der beiden bewilligten Wege besser als mit einem Offshore-Konto — nicht wegen eines moralischen Arguments, sondern weil das Sperrregister, die Verlustlimiten und der Rechtsweg reale Grössen sind.

Wer den umgekehrten Weg geht, sollte wissen, was er aufgibt: den Anschluss an das Sperrregister, den Schweizer Rechtsschutz und die Steuerfreiheit, die für Schweizer Gewinne bis zum Freibetrag gilt. Das sind drei konkrete Dinge und keine Floskeln.

Ein letzter Massstab ist die Geduld mit sich selbst. Ein asiatisches Handicap mit Viertellinie ist kein Produkt für einen, der den Wettschein nach zwei Minuten wieder schliesst. Wer die Teamnachrichten zwei Stunden vor Anstoss liest, findet hier mehr zu denken als bei einer einfachen Über-Unter-Wette; wer die Wette als Unterhaltung bucht, wird den Unterschied kaum bemerken.

Häufige Fragen zu asiatischen Wetten

Was sind asiatische Wetten?

Asiatische Wetten sind Sportwetten, deren Linie auf einem Handicap oder einer Torsumme beruht und deren Einsatz bei einer ganzen oder Viertellinie ganz oder teilweise zurückgezahlt werden kann. Die klassischen Formen sind das Handicap auf den Torabstand und die asiatische Über-Unter-Wette auf die Torsumme. Beide verschieben die Grenze, statt einen Ausgang vorherzusagen.

Was bedeutet eine asiatische Wette bei Torwetten?

Bei Torwetten legt die Linie fest, um wie viele Tore ein Team vor- oder zurückversetzt wird, bevor Ergebnisse verglichen werden. Eine Linie von −0,5 entspricht einem Sieg, eine Linie von −1 verlangt zwei Tore Vorsprung und zahlt bei genau einem Tor den Einsatz zurück. Jede Linie erzeugt damit drei mögliche Ausgänge statt zwei.

Wie unterscheiden sich asiatische Torwetten von der klassischen Über-Unter-Wette?

Die klassische Über-Unter-Wette fragt nur, ob die Torsumme über oder unter einer Grenze liegt, und kennt kein Unentschieden. Die asiatische Torlinie verschiebt die Grenze um halbe und Viertelwerte, wodurch Rückzahlungen und geteilte Einsätze möglich werden. Bei einer Viertellinie liegt der Einsatz zur Hälfte auf zwei benachbarten Linien.

Wie wird der Spielstand bei Live-Wetten mit Handicap gewertet?

Gewertet wird der Stand zum Zeitpunkt der Auswertung, und bei Sporttip gilt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die reguläre Spielzeit umfasst dabei die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit.

Welche Anbieter dürfen solche Wetten in der Schweiz anbieten?

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter anbieten: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Ausländische Marken haben keine Schweizer Bewilligung, und ihre Domains können auf der Sperrliste landen.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Underdog Wetten erstellt.

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