Sportwetten beste Quoten 2026: Was hinter einer Quote steckt

Updated Oktober 2026
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Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, daneben steht ein halb gefülltes Glas Wasser.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Zuletzt aktualisiert: Lesezeit: 36 Min.
Inhaltsverzeichnis

Stand: 31 Oktober 2026 — Bewilligungen und Registernummern geprüft gegen die Angaben der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht.

Wer nach den besten Quoten sucht, sucht meistens eine Zahl, die es so nicht gibt. Eine Quote ist kein Preisschild, das man von einer Seite zur anderen trägt und dann vergleicht. Sie ist das Ergebnis einer Rechnung, in die ein Veranstalter seine Marge, den erwarteten Spielverlauf und die Art des Marktes hineingelegt hat. Zwei Anbieter können auf dasselbe Spiel völlig unterschiedliche Quoten stellen, ohne dass einer davon «besser» wäre — weil sie nicht denselben Markt bepreist haben.

In der Schweiz kommt eine Besonderheit hinzu, die jede Quotendiskussion vor der ersten Zahl entscheidet. Es gibt genau zwei Veranstalter, die Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Zwei. Nicht zehn, nicht dreissig. Alles andere, was ein Schweizer Wettender im Browser findet, hat keine Schweizer Bewilligung — und damit auch keinen Schweizer Rechtsschutz, kein Sperrregister, keine Schlichtungsstelle. Dass eine ausländische Seite eine schönere Quote auf ein Fussballspiel stellt, ist keine Wettbewerbsverzerrung, sondern schlicht eine andere Rechtslage.

Der Vergleich der Quoten ist mehr als ein Blick auf die letzte Dezimalstelle. Wer wissen will, welcher Veranstalter im Alltag die besseren Preise stellt, muss zuerst die Rahmenbedingungen verstehen: Es kommt darauf an, wo Sie wohnen, welchen Markt Sie spielen und wie viel Ihnen der Schweizer Rechtsschutz wert ist.

Die beiden bewilligten Veranstalter im direkten Vergleich

Die Vergleichstabelle der Schweizer Anbieter ist kurz — kürzer, als den meisten Lesern lieb ist — und sie fällt nach Kanton auseinander, nicht nach Qualität.

Ein Torpfosten mit Netz steht im Gegenlicht auf einem leeren Fussballplatz, über dem Rasen liegt Nebel.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.
Veranstalter Produkt Bewilligungsstatus Bewilligungsgebiet Mindesteinsatz Einzel/Kombi Höchsteinsatz Einzel/Kombi
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin, Fürstentum Liechtenstein CHF 1 CHF 1'000
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa FR, GE, JU, NE, VD, VS CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen CHF 500
BC.Game Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
BetFury Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
Cloudbet Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
Playzilla Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
Roobet Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
Betovo Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
AmunRa Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —
Bettilt Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung; angegebene Lizenz ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — — —

Die zwei oberen Zeilen sind das eigentliche Ergebnis. Der Höchsteinsatz unterscheidet sich um den Faktor zwei — CHF 1'000 bei Sporttip für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 500 bei Jouez Sport. Für einen Gelegenheitswettenden mit CHF 20 Einsatz ist dieser Unterschied bedeutungslos. Für jemanden, der einen Zehner auf einen klaren Favoriten setzen will, ist er die ganze Entscheidung, und zwar bevor die Quote überhaupt ins Spiel kommt. Daneben steht ein Mindesteinsatz, der bei Jouez Sport online bei CHF 2 liegt und in den Verkaufsstellen bei CHF 3, während Sporttip bei CHF 1 anfängt.

Das ist die unspektakuläre Wahrheit über den Schweizer Quotenvergleich: Der grösste Unterschied liegt nicht in der Nachkommastelle, sondern im Reglement. Wer häufiger kleine Einsätze spielt, merkt von den Limiten wenig. Wer selten und gross setzt, muss seine Wette unter Umständen aufteilen — und zahlt dafür mehrfach Marge.

Die unteren acht Zeilen der Tabelle sind eine Warnung in Tabellenform. Jeder dieser Anbieter firmiert ohne Schweizer Bewilligung, und bei keinem davon ist eine belastbare ausländische Lizenz belegt — was ohnehin nichts ändern würde, denn eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer dort einzahlt, verlässt den Rahmen, den der Abschnitt zur Rechtslage beschreibt.

Wo Sie sich überhaupt registrieren können

Ein Sporttip-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Damit zerfällt der angeblich schweizweite Quotenvergleich in zwei Gebiete. In der Deutschschweiz und im Tessin gibt es genau einen bewilligten Anbieter; in der Westschweiz gibt es genau einen anderen. Die Frage «welcher Anbieter hat die besseren Quoten» ist für einen Einzelnen also nicht offen — sie ist von der Wohnadresse vorab beantwortet. Die einzige echte Wahl besteht darin, ob man den bewilligten Anbieter seines Gebiets nutzt oder auf eine ausländische Seite ausweicht, die keine Bewilligung hat.

Das ist kein Nebensatz, sondern der Kern dieser Seite. Wer in Zürich sitzt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen — nicht wegen schlechter Quoten, sondern wegen des Sitzkantons. Wer in Genf sitzt, kommt an Sporttip nicht heran. Der Vergleich zwischen Sporttip und Jouez Sport ist damit für die meisten Leser ein Vergleich mit einem Kandidaten.

Was eine Quote über Wahrscheinlichkeit und Marge erzählt

Cluster 1 · Grundlagen

Hier beginnt der Teil, der keinem Anbieter gehört. Eine Quote ist die ausgedrückte Meinung eines Veranstalters über ein Ereignis, multipliziert mit seinem Geschäftsmodell. 2.10 auf einen Heimsieg heisst nicht «2.10-mal so wahrscheinlich wie der Rest» und schon gar nicht «ich bekomme 2.10 Franken pro Franken mit Sicherheit zurück». Es heisst: So viel zahlt Sporttip, falls dieses Ereignis eintritt — und der Umkehrwert davon sagt, wie hoch der Veranstalter die Chance schätzt.

Rechnen Sie den Umkehrwert einmal aus. Bei Quote 2.10 liegt der Kehrwert bei rund 47,6 Prozent. Addieren Sie die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes, kommen Sie in einem fairen Markt auf genau 100 Prozent. Sie kommen nie auf 100 Prozent. Die Differenz ist die Marge, und sie ist der Grund, warum Buchhalter keine Sportwetten auf Gegenseitigkeit anbieten.

Quotenschlüssel und Marge, in einem Satz erklärt

Der Quotenschlüssel — in der Marktsprache auch Auszahlungsquote — ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt an die Wettenden zurückgibt. Man erhält ihn, indem man eins durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes teilt. Die Marge ist der Rest auf 100 Prozent.

Nehmen Sie einen illustrativen Zwei-Wege-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten — ein Beispiel, keine notierte Quote. Die Rechnung: 1 durch 1.90 ergibt rund 0,5263, zweimal genommen 1,0526. Eins durch 1,0526 sind rund 0,95. Der Quotenschlüssel dieser Beispielkonstruktion liegt also bei etwa 95 Prozent, die Marge bei etwa 5 Prozent. Die Marge eines konkreten Marktes liegt je nach Markt und je nach Veranstalter irgendwo zwischen etwa zwei und mehr als zehn Prozent, und sie ist bei Nebenmärkten fast immer höher als beim Hauptmarkt.

Warum diese Beispielrechnung trotzdem etwas über Ihr Konto aussagt: Eine Marge von fünf Prozent bedeutet über eine grosse Zahl von Wetten einen statistischen Verlust von fünf Rappen pro eingesetztem Franken. Bei einem Einsatz von CHF 20 sind das im Erwartungswert rund CHF 1 pro Wette, der nicht von Pech, sondern von der Konstruktion des Marktes stammt. Was die besten Quoten sind, hängt zuerst daran, in welchem Markt sie stehen. Eine 1.95 im Hauptmarkt schlägt eine 2.05 im Nebenmarkt, wenn Letztere auf denselben Ausgang mit doppelter Marge bepreist ist.

Preis, Wert und warum «hohe Quoten» kein Vorteil sind

Marketing nennt lange Quoten «wertvoll». Die Formulierung ist nicht falsch, sie ist nur unvollständig. Eine hohe Quote entsteht auf einem unwahrscheinlichen Ereignis oder in einem Markt mit breiter Marge. Im ersten Fall ist sie nicht besser, sondern nur seltener. Im zweiten Fall ist sie schlechter, als sie aussieht.

Bei einem Zwei-Wege-Markt mit 1.90/1.90 behält der Veranstalter aus den beschriebenen fünf Prozent rund fünf Rappen pro Franken. Bei einem längeren Markt, etwa mit drei Ausgängen, steigt die Marge typischerweise an. Der Wettende merkt davon nichts, denn er sieht immer nur eine Zahl. Genau das ist der Punkt: Die Marge ist unsichtbar, weil sie schon im Preis steckt.

Eine Konsequenz, die viele unterschätzen: Kombiniert man mehrere Wetten, multiplizieren sich nicht nur die Quoten, sondern auch die Margen. Drei Einzelwetten mit je fünf Prozent Marge ergeben nicht fünf Prozent, sondern deutlich mehr. Der Kombiboost, den Sporttip anbietet, ist der Versuch eines Veranstalters, genau diesen Effekt teilweise zurückzugeben — dazu mehr im Abschnitt zum Kombinationsspiel.

Die Rechtslage: Warum es nicht mehr als zwei Bewilligungen gibt

Livestreams, Wetterapps und Vergleichsportale erwecken den Eindruck eines breiten Marktes. In der Schweiz ist er geschlossen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019) und stehen unter der Aufsicht der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht unter der Aufsicht der ESBK — die ist für Casinos zuständig, und diese Verwechslung ist in Wettforen ein Dauerbrenner.

Eine Steinbrücke führt im Frühnebel über einen Fluss, auf dem Fussweg ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Wer Sportwetten anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es existiert keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa publiziert keine Bewilligungsliste zum Nachschlagen, sondern nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Die Sperrliste und was ein Domainwechsel kostet

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Seiten wechseln jedoch häufig innert Stunden ihre Adresse — dieses Domain-Hopping macht die Sperre zu einem Hindernis, nicht zu einer Wand.

Für einen Wettenden heisst das: Die Registrierung auf einer ausländischen Seite ist technisch oft möglich, auch wenn die Adresse blockiert wird und eine neue auftaucht. Was nicht mitwandert, ist der Rechtsschutz. Es gibt kein Sperrregister, an das ein ausländischer Anbieter angeschlossen wäre, keine Aufsichtsbehörde, an die man sich wenden könnte, und keine Schlichtungsinstanz in der Schweiz. Eine ausländische Bewilligung — gleich aus welchem Land — hat in der Schweiz keine Geltung.

Es gehört zur Ehrlichkeit dieser Seite, beide Seiten des Zauns zu benennen. Der bewilligte Anbieter eines Kantons hat eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Anbieter hat diese Schranken nicht — dafür auch keine Schweizer Aufsicht. Keines von beidem ist per se «die sichere Wahl». Die Wahl ist eine zwischen Schutz und Unabhängigkeit, und wer sie trifft, sollte wissen, wofür er sich entscheidet.

Was überhaupt bepreist werden darf

Nicht jede Sportart, auf die ein ausländisches Portal Quoten stellt, ist hier auch bewilligt. Die erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen auf einer geschlossenen Liste der Gespa (Fassung 10.09.2026). Qualifikationsrunden sind nur bewilligt, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Zwei Dinge daran sind für die Quotensuche wichtig. Erstens: Wenn ein ausländischer Anbieter einen Kartenmarkt oder ein Esport-Spiel mit Quote 1.85 anbietet, dann ist dieser Markt hier nicht bewilligt — ein Vergleich mit dem Schweizer Angebot ist unmöglich, weil das Schweizer Angebot ihn nicht enthält. Zweitens: Diese Liste grenzt die Märkte ein, in denen sich der häufigste Quotenunterschied überhaupt zeigen kann.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Livewetten sind dagegen zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das Bundesgesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.

Was vom Gewinn übrig bleibt: Steuern, Auszahlung, Abzug

Fritz, ein regelmässiger Leser mit einem Kleinkonto, hat mir einmal erzählt, er habe seine Quote immer bei einer ausländischen Seite abgeholt, weil sie einen Zehntelpunkt mehr zahlte. Er habe nie nachgerechnet, was ihm die Auszahlung am Monatsende kostete. Genau diese Rechnung gehört auf eine Seite über Quoten, denn eine Quote, die im Privatrecht, in Steuerrecht und in der Auszahlung verloren geht, war nie eine bessere Quote.

Der Gewinnbetrag wird auf fünf Rappen gerundet

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 20 und Quote 2.10 ergibt die Multiplikation CHF 42; runden muss man hier nichts. Bei krummen Beträgen schon: Wer CHF 13 auf 1.93 setzt, landet bei CHF 25.09, und davon bleiben nach der Rundung CHF 25.05. Es sind Rappen, aber es sind Rappen, die jedes Mal fehlen.

Wann ein Gewinn gar nicht ausgezahlt wird

Ein Sporttip-Wettereignis, das abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird, macht die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Wer in einer Zehnerkombi eine abgesagte Partie sitzen hat, spielt also den Rest seiner Kombination — und der Preis, der ihn zur Kombination bewogen hat, ist schon nicht mehr da.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, rote Karte, Eingriff des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz ist dann zurück, der Gewinn nicht. Wer die Quote als Preis betrachtet, muss diesen Satz kennen: Es gibt Konstellationen, in denen die Quote nachträglich auf 1.00 gesetzt wird.

Bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ist die Kombination ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion möglich. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann der Veranstalter die gesamte Kombiwette für ungültig erklären — der Einsatz kommt zurück, die Wette nicht.

Und eine Verfallsregel, die man einmal lesen sollte: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Wer einen Wettschein in der Jacke liegen lässt, verliert ihn also nicht nur metaphorisch.

Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1'071'000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1'070'400. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton», und keine einzelne Kantonszahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; zurück bekommt sie, wer den Gewinn in der Steuererklärung angibt.

Für einen normalen Wettenden ist diese Schwelle ohne Bedeutung. Ein Gewinn von CHF 250 auf eine Fussballwette liegt weit darunter — keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Wer sich für die Steuerfolge eines grossen Gewinns interessiert, fragt am besten einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen dagegen nicht der Verrechnungssteuer — ein Vorteil, der in Foren gern als Argument für die Offshore-Seite auftaucht. Die kantonale Praxis kann daraus eine volle Steuerpflicht machen: Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollumfänglich steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Auszahlung, die nichts abzieht, kann steuerlich also teurer sein als eine mit Abzug.

Auszahlung und Zahlungsweg

Bei Swisslos wird Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Das ist mehr, als es klingt. Wer nach jedem kleinen Gewinn auszahlen lässt, erreicht die dritte Auszahlung im selben Jahr und zahlt dann auf jede weitere Überweisung drei Prozent. Bei CHF 300 Auszahlung sind das CHF 9 — mehr als der Unterschied, um den zwei Quoten von 1.90 und 1.93 auf einen Zehner auseinanderliegen. Die Auszahlungskosten gehören damit in dieselbe Rechnung wie die Quote, und das ist die eine Rechnung, die kaum jemand aufstellt.

Gewinne bis CHF 1'000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Darüber wird der Betrag bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Es gibt also eine kleine Schwelle, unterhalb derer das Guthaben einfach stehen bleibt, und eine oberhalb, ab der es automatisch auf das Konto geht.

Dass das Guthaben nicht endlos wächst, hat ebenfalls System: Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann man per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10'000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9'999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Als Einzahlungsmethode nennt Swisslos ausserdem das Aufladen des Spielkontos über die Online-Zahlungsmöglichkeit allgemein. Krypto-Zahlungen, Kreditkarten-Zahlungsdienste aus Drittländern und anonyme Einzahlungen sehen die Schweizer Regeln nicht vor: Nach Art. 50 Abs. 2 VGS werden Guthaben und Gewinne nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Kontoinhaber ausbezahlt, und Art. 75 Abs. 1 BGS verbietet Kredite an Spielende. In einem bewilligten Schweizer Sportwettenangebot gibt es keine anonyme Auszahlung.

Warum das für den Quotenvergleich zählt

Ein Quotenvorteil von drei Prozentpunkten entspricht genau der Auszahlungskommission, die Swisslos ab der dritten Auszahlung pro Jahr belasten kann — und beide Grössen liegen in derselben Grössenordnung. Wer 1.93 statt 1.90 bekommt und dafür eine Überweisung bezahlt, ist im Erwartungswert nicht besser dran. Der Vergleich lohnt sich deshalb nur, wenn man die Kosten des Auszahlungswegs dazurechnet und nicht jeden Gewinn sofort abzieht.

Die eigenen Grenzen: Verlustlimiten und Spielsperre

Ein höherer Quotenschlüssel senkt das Verlustrisiko nicht. Er verschiebt den Erwartungswert um ein paar Rappen pro Franken. Das ist alles. Wer glaubt, mit den besseren Quoten von der Verlustseite verschont zu bleiben, hat die Marge missverstanden — sie bleibt positiv, sie wird nur kleiner.

Sporttip verlangt vor der ersten Teilnahme, dass Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9'999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1'000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Frist ist der eigentliche Mechanismus: Sie gibt dem Impuls, die Limite «nur kurz» anzuheben, eine Nacht zum Nachdenken. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze — die Limiten kommen hier vom Spielenden und nicht vom Staat, auch wenn das Gesetz den Veranstalter verpflichtet, Höchstwerte zu verlangen.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne dass eine Aufhebung vor Fristablauf möglich wäre. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also breit — das ist der Punkt dieser Regel und nicht ihr Nebeneffekt.

Für die Wahl des Anbieters bedeutet das Folgendes. Der bewilligte Anbieter kann bei einer Selbstsperre für Spielende in einem schweizerischen Spielerkonto sofort prüfen, ob eine Sperre besteht; die Sperre ist für ihn bereits verbindlich. Wer Verlustlimiten als Werkzeug nutzt, findet bei Sporttip einen Mechanismus, der die Erhöhung verzögert. Bei einem ausländischen Anbieter fehlt diese Verbindung vollständig: kein Sperrregister, keine verbindliche Limite nach Schweizer Regeln.

Es gibt allerdings auch bei den bewilligten Verkaufsstellen eine unangenehme Zahl. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch und verkaufte an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person. Die Feststellung betrifft die Verkaufsstellen und nicht das Online-Angebot, aber sie sollte jeden davon abhalten, den Schweizer Kontrollapparat als undurchdringlich zu beschreiben. Die Regeln sind gut — die Durchsetzung ist es nicht überall.

Wichtig für den eigenen Anspruch: Wer ausgeschlossen ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei der Online-Registrierung muss eine Person mindestens 18 Jahre alt sein und darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine zweite Identität ist damit nicht nur unzulässig, sondern praktisch nicht machbar.

Wettarten und wie sie die Quote verrechnen

Cluster 4 · Markt und Rechnung

Die Quote einer Einzelwette ist eine Zahl. Die Quote einer Kombination ist ein Produkt. Dazwischen liegt der ganze Unterschied im Ertrag — und in der Wahrscheinlichkeit.

Ein Kombination bei Jouez Sport umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Gesamtquote darf 100'000 nicht übersteigen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen. Diese Untergrenze ist keine Formalie: Sie schliesst den Trick aus, eine Wette mit Quote 1.02 als Füller in eine Kombination zu hängen, um die Voraussetzungen eines Bonus zu erfüllen.

Der Kombiboost und seine Bedingungen

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Zahl der Voraussagen: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Rechnen Sie das an einem Beispiel, das die Mechanik zeigt und nicht die Zukunft vorhersagt. Vier Voraussagen mit je Quote 1.50 ergeben eine Gesamtquote von rund 5.06 — rechnerisch 5.0625. Aus CHF 10 Einsatz werden ohne Boost rund CHF 50.63, der Nettogewinn liegt bei rund CHF 40.63. Fünf Prozent darauf sind rund CHF 2.03 zusätzlich; mit Boost landen wir bei ungefähr CHF 52.65. Das ist eine Verdopplung der Rendite von rund vier Prozent auf rund fünf Prozent des Einsatzes — nicht mehr und nicht weniger.

Die Bedingung, die man dabei nicht übersehen darf: Alle vier Quoten müssen mindestens 1.50 betragen. Eine Kombination aus drei Spielen mit 1.60 und einem mit 1.40 erhält den Boost nicht, obwohl die Gesamtquote höher sein kann als die der vier zugelassenen Spiele. Der Boost belohnt also nicht höhere Quoten, sondern dickere Voraussagen — ein Unterschied, den die Marketingbezeichnung «Kombiboost» nicht transportiert.

Quotenboosts und Profitboosts — was sie wirklich tun

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der letzte Teil ist der teure. Wer einen Boost nutzt und dann während des Spiels die Wette per Cash-Out auflöst, verliert die Erhöhung. Das ist konsistent — der Boost bezahlte eine Wette, die zu Ende gespielt wird — aber es heisst auch: Boost und Cash-Out schliessen sich faktisch aus. Wer beides will, muss sich entscheiden, und der Zeitpunkt der Entscheidung liegt nach dem Abschluss der Wette, nicht davor.

Cash-Out ist ein Preis, kein Nothahn

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das ist der Satz, der auf jeder Werbeseite fehlt. Der Cash-Out ist ein Angebot des Veranstalters zu seinen Bedingungen, zu seinem Zeitpunkt und zu seinem Preis. Wer ihn nutzt, tauscht die volle Auszahlung gegen eine sichere, aber kleinere — und der Abstand zwischen beiden wächst mit der Zeit, in der die Wette gut aussieht. Der Cash-Out ist Cash-Out, kein Vergleich zur Nichtnutzung.

Abhängige Ereignisse und der Bet Builder

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Der Grund ist die Mathematik: Zwei Ereignisse aus demselben Spiel sind nicht unabhängig, ihre Quoten multiplizieren sich also nicht zu einem fairen Preis. Der Bet Builder multipliziert sie nicht einfach, sondern bepreist sie neu.

Wann die reguläre Spielzeit endet

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball rund 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Pokalspiel setzt und die «Endstand»-Quote nimmt, weil sie höher aussieht als die 90-Minuten-Quote, hat unter Umständen auf ein anderes Ereignis gesetzt.

Wie die beiden Schweizer Veranstalter im Quotenvergleich dastehen

Cluster 5 · Vergleich

Der ehrlichste Satz zu diesem Vergleich lautet: Er hängt davon ab, welchen Markt man anschaut — und wie viel Gewicht man den Geschäftsregeln beimisst.

Die Unterschiede, die sich feststellen lassen, liegen in den Reglementsstrukturen, nicht in den Preisen. Sporttip begrenzt den Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten auf CHF 1'000, für Systemwetten auf CHF 10'000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Jouez Sport setzt den Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500 an, erlaubt aber einen Wettschein mit Multiples, der insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten darf.

Diese Konstruktion ist ein Hinweis darauf, an wen sich die beiden Angebote richten. Sporttip erlaubt eine einzelne Wette mit höherem Volumen; Jouez Sport erlaubt viele Wetten mit kleinerem Volumen innerhalb eines Wettscheins. Wer einen Betrag von CHF 800 auf ein einzelnes Spiel setzen will, kann das bei Sporttip und nicht bei Jouez Sport. Wer seinen Betrag über einen Wettschein mit mehreren Multiples verteilen will, kommt bei Jouez Sport weiter, weil ein einzelnes Multiple dort nur CHF 500 trägt, der Wettschein aber CHF 7'500.

Noch deutlicher wird es am Höchstgewinn. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000. Das ist eine Obergrenze, die in der Praxis selten greift — bei einem Höchsteinsatz von CHF 500 bräuchte man eine Gesamtquote von 600, um sie zu erreichen. Sie markiert aber, wo das Modell «viel Volumen in einem Wettschein» endet.

Für den Alltag relevanter ist die Untergrenze. Sporttip startet bei CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten. Jouez Sport verlangt online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Ein Wettender, der mit kleinen Beträgen arbeitet, merkt diesen Unterschied bei jedem einzelnen Wettschein; jemand, der einmal pro Woche mit CHF 50 spielt, merkt ihn nie.

Was die Vergleichstabelle nicht zeigen kann

Die entscheidende Kennzahl der Schweiz ist keine Zahl. Es ist die Aufteilung in zwei Vertragsgebiete. Ein Genfer Wettender, der im Vergleichsportal ein Sporttip-Konto eröffnet, kommt nicht durch die Registrierung. Ein Zürcher Wettender, der Jouez Sport ausprobiert, ebenso wenig. Der Vergleich zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern ist in der Praxis also nicht eine Wahl zwischen zwei Konten, sondern eine Information darüber, welches Konto überhaupt zur Verfügung steht.

Was daraus folgt, ist das Gegenstück zur Werbebotschaft der Vergleichsportale: Wer seine Quoten in der Schweiz verbessern will, kann nicht einfach den Anbieter wechseln, weil es niemanden zum Wechseln gibt. Die Wahl besteht zwischen einem Konto beim bewilligten Veranstalter des eigenen Kantons und einem Konto bei einem ausländischen Anbieter ohne Bewilligung. Das ist die tatsächliche Entscheidungslage, unabhängig davon, wie viele Logos auf einer Vergleichsseite stehen.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Jede Bewertung folgt derselben Frage: Was dieser Anbieter einem Wettenden mit einem bestimmten Anliegen tatsächlich gibt — und was nicht.

Swisslos Sporttip — der Vollsortimenter der Deutschschweiz

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, die Aufsicht liegt bei der Gespa.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die in diesem Gebiet Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Wer ausserhalb wohnt, kommt nicht durch die Registrierung — die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1'000, für eine Systemwette bei CHF 10'000. Wetten über der Limite werden nicht angenommen, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Begründung ändern. Das ist die eine Stelle, an der ein Wettender die Limiten nicht als Zusage lesen sollte: Sie sind es nicht.

Das Werkzeugangebot ist breit. Der Kombiboost gilt online für Prematch-, Live- und Systemwetten, verlangt vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und zahlt 5, 20, 40 oder 100 Prozent Zusatz auf den Nettogewinn, gestaffelt nach vier, sieben, zehn oder fünfzehn Voraussagen. Quotenboosts gelten für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, ausschliesslich online und nur als vollständiges Cash-Out. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind Pflicht vor der ersten Teilnahme, mit einer Oberlimite von CHF 9'999 und CHF 1'000 für unter 21-Jährige.

Die Verdict: Der Boost-Staffelplan belohnt nicht den grossen Einsatz, sondern die Zahl der Voraussagen mit Quote ab 1.50 — eine Konstruktion, die einen Wettenden mit einem klaren Bauchgefühl auf zwei Spiele systematisch leer ausgehen lässt. Wer den Boost nutzen will, muss seine Wette um Spiele erweitern, die er sonst nicht gespielt hätte, und bezahlt die Erweiterung mit zusätzlicher Marge. Der Boost ist ein Anreiz zum Kombinieren, und Kombinieren ist die teurere Wette.

Loterie Romande Jouez Sport — das Westschweizer Pendant

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist ebenfalls eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS unter der Aufsicht der Gespa.

Der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7'500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300'000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1'000'000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Die 2'350 Verkaufsstellen sind die eigentliche Besonderheit dieses Angebots, und sie sind ein zweischneidiges Argument. Für einen Wettenden, der seinen Wettschein physisch abgeben will, ist das ein Netz, das keine Online-Plattform ersetzt. Für die Quotensuche sind sie bedeutungslos — die Quote ist am Schalter dieselbe wie am Bildschirm, nur der Mindesteinsatz steigt von CHF 2 auf CHF 3. Wer also regelmässig kleine Beträge am Schalter abgibt, zahlt pro Wettschein einen Franken mehr Mindesteinsatz als online: kein grosser Betrag, aber ein systematischer Nachteil über ein Jahr. Der Wettschein mit Multiples ist die Antwort von Jouez Sport auf das niedrige Einzellimit — die Konstruktion erlaubt einem Wettenden mit CHF 800 Anlage, sein Geld in zwei Multiples zu CHF 400 unterzubringen, statt es in einer Einzelwette mit CHF 500 Obergrenze zu verstauen. Bequem ist das nicht, aber es funktioniert.

Die acht ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden acht Marken werden von Schweizer Wettenden angetroffen und sind deshalb hier aufgeführt. Keine davon hat eine Schweizer Bewilligung. Bei keiner ist eine belastbare Lizenz belegt, und selbst eine solche hätte in der Schweiz keine Geltung nach Art. 4 BGS. Keine ist an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und für keine besteht Schweizer Rechtsschutz. Ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Fakten zu Limiten, Zahlungsmethoden, Boni, Auszahlungszeiten oder Märkten dieser Anbieter liegen nicht vor. Deshalb steht hier keine — die Bewertung beschränkt sich auf die Eine, die tatsächlich belegt ist: die fehlende Schweizer Bewilligung. Wer wissen will, mit welchen Limiten oder welchen Zahlungswegen eine dieser Seiten arbeitet, liest deren Allgemeine Geschäftsbedingungen und prüft die dort genannte Lizenz selbst.

BC.Game. Ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; BC.Game gehört nicht dazu. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Rechtsschutz durch Schweizer Instanzen, und die Domain kann durch die Gespa blockiert werden. Die Bewertung: Eine Marke, deren Schweizer Nutzer sich darüber im Klaren sein müssen, dass sie im Streitfall keine Schweizer Instanz anrufen können.

BetFury. Ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt derselbe rechtliche Rahmen wie bei jeder der acht Marken in dieser Gruppe. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, und Schweizer Kunden geniessen keinen Rechtsschutz. Die Bewertung: Der Name taucht in Schweizer Wettforen regelmässig auf, was über die rechtliche Stellung nichts aussagt — eine Forenpräsenz ist keine Bewilligung.

Cloudbet. Ohne Schweizer Bewilligung. Diese Marke ist nicht im Sperrregister der Gespa aufgeführt, und es besteht für Schweizer Kunden kein Rechtsschutz im Streitfall. Die Bewertung: Für einen Wettenden, der eine ausländische Quote mit einer Schweizer Limite vergleichen will, gibt es hier keine Vergleichsgrundlage.

Playzilla. Ohne Schweizer Bewilligung. Diese Seite unterliegt nicht der Kontrolle der Gespa, und es gibt keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister für den Spielerschutz. Die Bewertung: Wer eine derartige Seite nutzt, sollte vorher klären, welche Lizenz sie überhaupt nennt — und sich bewusst sein, dass die genannte Lizenz den Schweizer Zugang nicht legalisiert.

Roobet. Ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter ist weder an das Schweizer Sperrregister angebunden noch existiert ein Schweizer Rechtsschutz für Nutzer. Die Bewertung: Dass eine Domain blockiert wird und kurze Zeit später unter anderem Namen erscheint, ist der Normalfall — die Blockade schützt den Suchenden nur zeitweise.

Betovo. Ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt derselbe Rahmen. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und im Konfliktfall greift kein Schweizer Rechtsschutz. Die Bewertung: Eine solche Marke ist für einen Wettenden nur dann relevant, wenn er bereit ist, auf Schweizer Schutz vollständig zu verzichten.

AmunRa. Ohne Schweizer Bewilligung. Es fehlt jede Verbindung zum Sperrregister der Gespa, und der Rechtsschutz durch Schweizer Behörden ist für diesen Anbieter nicht gegeben. Die Bewertung: Die fehlende Anbindung an das Sperrregister ist nicht nur eine Aufsichtsfrage — wer sich sperren möchte, ist hier auf die eigene Disziplin gestellt.

Bettilt. Ohne Schweizer Bewilligung. Da keine Anbindung an das Sperrregister besteht, können Nutzer bei diesem Anbieter nicht auf Schweizer Schutzeinrichtungen zählen. Die Bewertung: Der letzte Name dieser Gruppe trägt dieselbe Bewertung wie der erste, und das ist kein Zufall, sondern der Befund.

Wer in dieser Gruppe eine Quote entdeckt, die über der Schweizer Quote liegt, sollte zwei Fragen stellen. Erstens: Auf welchen Markt bezieht sich diese Quote — steht sie auf derselben Sportart, demselben Wettbewerb, derselben Wettart und demselben Ausgang? Zweitens: Was kostet der Weg zurück auf ein Schweizer Konto, falls die Auszahlung einmal nicht so läuft wie erwartet? Die zweite Frage hat bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung keine Institution als Antwort.

Was eine Quote in Franken wert ist: eine Beispielrechnung

Die Marge ist die Grösse, die über den Wert einer Quote entscheidet, und sie lässt sich mit zwei Zahlen sichtbar machen. Nehmen Sie einen illustrativen Zwei-Wege-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten — ausdrücklich ein Beispiel und keine notierte Quote eines Veranstalters.

Der Quotenschlüssel liegt bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Über eine grosse Zahl gleichartiger Wetten bedeutet das, dass vom Umsatz statistisch etwa fünf Prozent beim Veranstalter bleiben. Setzt jemand CHF 50 auf eine Quote von 1.90, liegt der Rückfluss im Erwartungswert bei rund CHF 47.50 — unabhängig davon, ob diese eine Wette gewinnt oder verliert. Das ist eine Schätzung über viele gleichartige Wetten und keine Aussage über den Ausgang Ihrer nächsten Wette.

Und das ist die Zahl, an der sich der Quotenvergleich entscheidet. Ein Anbieter mit einem Quotenschlüssel von 97 Prozent statt 95 Prozent gibt pro Franken zwei Rappen mehr zurück. Bei CHF 5'000 Jahresumsatz sind das rund CHF 100 Unterschied — mehr als der Betrag, um den ein Auszahlungsentgelt von drei Prozent auf eine Überweisung liegt. Die Marge ist damit die einzige Zahl, die über Anbieter hinweg wirklich vergleichbar ist, weil sie an einer einzigen Kennzahl des Marktes hängt und nicht an der Höhe der Wette oder an der Adresse des Wettenden.

Häufige Fragen zu Quoten im Schweizer Sportwetten

Welcher Anbieter hat in der Schweiz die besten Quoten?

Es gibt genau zwei bewilligte Veranstalter: Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande mit Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Für einen Wohnsitz in einem dieser Gebiete ist die Wahl de facto vorbestimmt: Ein Konto ist nur in dem Gebiet möglich, in dem man wohnt. Ein Vergleich über die Gebietsgrenze hinweg ist damit keine echte Wahl, sondern eine Frage der Adresse.

Wie funktionieren Quoten bei Sportwetten und was sagen sie aus?

Eine Quote ist der Faktor, mit dem der Einsatz im Gewinnfall multipliziert wird. Sie schätzt zugleich die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses: Der Kehrwert einer Quote von 2.10 liegt bei rund 47,6 Prozent. Die Summe der Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes liegt über 100 Prozent, und die Differenz ist die Marge — das, was der Veranstalter aus dem Markt behält.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport muss die Quote mindestens 1.10 betragen und darf 100'000 nicht übersteigen, die Kombi umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Wie entstehen Quoten und was ist der Quotenschlüssel?

Der Quotenschlüssel — auch Auszahlungsquote — ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt den Wettenden zurückgibt, berechnet als eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist der Rest auf 100 Prozent. In einem illustrativen Zwei-Wege-Markt mit 1.90/1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent.

Wie wirkt sich die Gesamtquote bei Kombiwetten auf den Gewinn aus?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten und wächst daher schnell: Vier Voraussagen mit je 1.50 ergeben zusammen rund 5.06. Zugleich multiplizieren sich die Margen der einzelnen Märkte, sodass jede zusätzliche Voraussage den Erwartungswert stärker drückt als die Quote wachsen lässt. Kombinieren erhöht den möglichen Gewinn, nicht den statistischen Wert einer Wette.

Welche Höchstgewinne gelten bei Jouez Sport?

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000. Zum Vergleich: Bei Swisslos Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1'000, für eine Systemwette bei CHF 10'000 — Swisslos kann diese Limiten jederzeit ändern.

Dieser Beitrag wurde vom Team von Underdog Wetten erstellt.

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